01. Juni 2026

Vorstellung der Situations- und Ressourcenanalyse der „Partnerschaft für Demokratie Gütersloh“ in der Volkshochschule Gütersloh (VHS).
Wie steht es um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gütersloh? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt eine öffentliche Veranstaltung in der Volkshochschule (VHS) Gütersloh. Anlass war die Vorstellung der Situations- und Ressourcenanalyse der im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten „Partnerschaft für Demokratie Gütersloh“. Eingeladen hatten der Fachbereich Soziales der Stadt Gütersloh, „Die Falken - KV Gütersloh“ in seiner Funktion als Koordinierungs- und Fachstelle und die VHS Gütersloh.
Die Aula der VHS war bis auf den letzten Platz gefüllt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, sich über die Ergebnisse des Forschungsprojekts auszutauschen und gemeinsam über demokratische Herausforderungen vor Ort zu diskutieren.
„Die Ressourcenanalyse ist für Gütersloh von großer Bedeutung“, so Henning Matthes, erster Beigeordneter der Stadt Gütersloh. „Sie zeigt uns, wo wir aktuell stehen, und wie wir unsere Demokratie vor radikalen Kräften schützen können.“




Prof. Dr.
Sebastian Kurtenbach stellte zentrale Erkenntnisse der mehrmonatigen
Untersuchung vor. Ziel der Analyse sei gewesen, ein wissenschaftlich
fundiertes Bild davon zu erhalten, wodurch und in welchem Ausmaß die
Demokratie in Gütersloh gefährdet ist und welche Ressourcen vorhanden
seien die sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt
einsetzen. Dabei machte er deutlich: „Gütersloh ist insgesamt gut
aufgestellt.“ Besonders hob er die aktive Zivilgesellschaft und die
breite demokratische Mehrheit hervor.
Gleichzeitig verwies
Kurtenbach auf aktuelle Bedrohungen für die Demokratie. Der weite Blick
auf Rechts-, Linksextremismus und Islamismus habe gezeigt, dass aktuell
die Bedrohung von der extremen Rechten und der sogenannte
Reichsbürgerbewegung ausgehe. Demokratische Werte würden häufig
schleichend infrage gestellt - etwa durch Versuche der Normalisierung
extremistischer Positionen oder geschichtsvergessene Debatten, wie dies
die AfD betreibe. Deshalb sei es wichtig, demokratische Strukturen zu
stärken und zivilgesellschaftliches Engagement gezielt zu fördern.
Anschließend
wurde eine Diskussionsrunde von Julia Ures moderiert. Dabei wurde
deutlich, dass viele Menschen zwar grundsätzlich hinter der Demokratie
stehen, gleichzeitig aber eine wachsende Unzufriedenheit und
Unsicherheit wahrnehmen.
Roland Thiesbrummel, Fachbereichsleiter
Soziales, betonte in seinem Diskussionsbeitrag die Bedeutung des
lokalen Blicks: „Es geht darum, nicht nur auf die Bundesebene zu
schauen, sondern konkret vor Ort hinzusehen: Wo liegen in Gütersloh
Herausforderungen? Wir wollten weg vom Gefühl hin zu wissenschaftlich
belegten Fakten.“
Auch Désirée Solle, Leiterin der
Volkshochschule Gütersloh, unterstrich die Rolle der VHS als Ort des
Austauschs: „Die Volkshochschule ist ein Ort der Begegnung und des
Dialogs. Demokratie lebt davon, unterschiedliche Perspektiven
miteinander ins Gespräch zu bringen.“
Als positives Beispiel für
demokratische Beteiligung in Gütersloh wurde unter anderem das aktive
Jugendparlament genannt. Markus Kottmann, stellvertretender
Bürgermeister, machte deutlich, dass Demokratie Einsatz verlange:
„Demokratie ist harte Arbeit. Gerade der direkte Austausch mit
Bürgerinnen und Bürgern ist jedoch wichtig und lohne sich, um Demokratie
ein Gesicht zu geben.“